Metamorphose - Umwandlung von Emotionen

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Alle Fähigkeiten, die es braucht ein sinnvolles Leben zu führen liegen in uns. Es gilt einen Raum zu schaffen, wo sich diese Fähigkeiten frei entfalten können. Dafür ist es wichtig unsere Vergangenheit zu beleuchten und zu verstehen, dass unsere Zukunft in unseren Händen liegt. Dieser Prozess gleicht der Transformation einer Raupe zum Schmetterling.

 

 

 

 

Als Raupe nehmen wir willkürlich die Eindrücke der Welt in uns auf. Diese Eindrücke erzeugen Emotionen, welche sich dann als unsere Gewohnheitsmuster zeigen.

 

Irgendwann bemerken wir, dass diese Gewohnheitsmuster uns auf unserer Suche nach Glück behindern.
Oft ist der Auslöser  für diese Erkenntnis eine schwere Krisensituation. Der Verlust  eines Angehörigen oder Partners,
Burn-Out im Job oder eine Krankheit.
Es kann aber auch eine schleichend wachsende Unzufriedenheit sein, der man sich an einem gewissen Punkt bewusst wird.

 

Das ist der Moment des Innehaltens,  des „nach Innen gehens“ um die Eindrücke, die wir ungefiltert angehäuft haben zu sieben und zu sortieren. Auf gewisse Art verpuppen wir uns in einem Cocon, um zu verdauen, was wir blind verschlungen haben.

 

Tatsächlich haben Wissenschaftler herausgefunden, was im Inneren eines Cocons geschieht:
Im Raupenkörper bilden sich an einer Stelle sogenannte Imago-Zellen, welche anfangs als Eindringlinge erkannt und vernichtet werden. Sie tauchen allerdings erneut auf, diesmal im Körper verteilt.
Sobald sich diese verschiedenen Imago-Zellen zusammenfinden, sich also als eine Einheit verstehen, beginnt die Transformation. Die Raupenform löst sich mehr oder weniger auf, sie zerfließt und daraus ergibt sich die Möglichkeit für Reorganisation, Umwandlung und letztendlich das Entstehen des Schmetterlings.

 

Genau das ist der Prozess, der sich auch in unserem Inneren vollzieht, wenn wir unsere Situation erkennen und uns für eine Veränderung entscheiden.
Anfangs tun wir die neuen Ideen und Geistesblitze als Phantasiegebilde ab und nehmen sie nicht ernst. Es kommt jedoch der Zeitpunkt, an dem unser System sie als Möglichkeit versteht, die Person zu werden, die wir sein wollen und nicht die, die wir glauben sein zu müssen.
Als eine Möglichkeit etwas neues, eigenes aus dem entstehen zu lassen, was wir aufgenommen haben. Es ist alles schon dagewesen, aber nicht in der Kombination, die uns heute aus dem Spiegel entgegenblickt. Das ist es, was uns wertvoll macht – unsere Kreation einer Wirklichkeit, in der Mitgefühl und Liebe wachsen können.

 

Um diese Wirklichkeit erschaffen zu können, müssen wir jedoch verstehen, was uns bis jetzt davon abgehalten hat.
Was sind die Emotionen, die zu ungesunden Gewohnheitsmustern führen? Woher kommen sie, wie fühlen sie sich an und
wie gehe ich mit ihnen um? Welche Aktivitäten unterstützen mich auf meinem Weg?
Es geht darum nachzudenken und reinzufühlen um in Zukunft anders zu handeln.

 

Wir müssen zerfließen und die Imago-Zellen einander finden lassen, genau wie die Raupe. Denn das ist der Geburtsort unserer Kraft, hier kann alles zu allem werden: Schwächen zu Stärken, Wünsche zu Wirklichkeiten.

 

Es ist nicht einfach die alten Gewohnheitsmuster zu durchbrechen. Nur wenn wir einen liebevollen Raum schaffen, einen Cocon für unsere Unsicherheiten und Zweifel, können wir wirklich wachsen. In diesem Raum können unsere Eigenschaften, die aus Erfahrungen entstanden und durch Enttäuschungen versteinert sind, eine neue Ausrichtung bekommen. So können wir andere inspirieren Ihre Muster zu hinterfragen und sich in den Zustand des Zerfließens zu wagen. Es geht nicht um den Schmetterling, es geht um den Weg dahin – und den grenzenlosen Raum in dem er fliegt.

 

 

Ich werde in den folgenden Beiträgen auf die verschiedenen Emotionen und Gewohnheitsmuster eingehen:
ihren Ursprung beleuchten, woran man sie im Alltag erkennt, in welchen Krankheitsbildern sie sich ausdrücken und welche Weisheiten und Fähigkeiten ihnen zugrunde liegen.

 

 

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